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Chinesischer Renminbi bald Leitwährung?

Shanghai, April 2011

Unlängst verlautbarte die chinesische Regierung, dass Geschäfte mit ausländischen Partnern noch im Laufe dieses Jahres in Yuan abgerechnet werden können. Dabei handele es sich nur um eine von mehreren Maßnahmen, um die eigene Währung international konkurrenzfähiger zu machen. Langfristig soll der Yuan dem Dollar als internationale Leitwährung den Rang ablaufen, was sowohl für die Volksrepublik China als auch für die USA mit verschiedenen Chancen und Risiken verbunden ist.

Bisher profitierte China von einem günstigen Renminbi, welcher den eigenen Exporten zugute kam. Ein stärker werdender Yuan würde den Export an selbst produzierten Gütern jedoch dämpfen, wie dies teilweise in Europa aufgrund des im Vergleich zum Dollar starken Euro der Fall ist. Eine frei konvertierbare Währung hätte für die Volksrepublik hingegen den Vorteil, dass etwa Rohstoffe aus dem Ausland billiger beschafft werden oder der Einstieg in ausländische Unternehmen billiger erfolgen könnte. Den USA käme ein starker Renminbi gelegen, da dadurch die amerikanischen Exporte nach China günstiger würden. Auf der anderen Seite würde ein schwächer werdender Dollar als internationale Währungsreserve an Bedeutung verlieren und die politische Macht der USA verringern. Dies würde auch jene Länder treffen, die ihre Währung an den Dollar gekoppelt haben oder hohe Dollarschulden besitzen. Gleichzeitig könnte ein schwacher Dollar den USA jedoch helfen, ihre enormen Staatsschulden zu senken was wiederum nicht im Interesse Chinas, des größten Gläubigers der Amerikaner wäre. Denn allein im Reich der Mitte haben die USA mehr als 3,04 Billionen Dollar Schulden. Um den Yuan im Vergleich zum Dollar niedrig zu halten, kaufte China in den vergangenen Jahren Dollar auf, so dass die Volksrepublik nun auf riesigen Dollar-Währungsreserven sitzt. Verlöre der Dollar zu viel an Wert, wären davon auch besagte Reserven betroffen. Die Lösung läge in der längerfristigen Umschichtung der Devisen in andere Währungen.

Nicht zu unterschätzen ist der Aspekt, dass ein frei konvertierbarer Renminbi für China mit einem politischen Kontrollverlust einhergehen würde und die Währung zum Ziel von Spekulanten werden könnte. Es ist somit nur schwer absehbar, welchen geldpolitischen Weg die chinesische Regierung in den kommenden Jahren tatsächlich einschlagen wird. Laut Expertenmeinung wird es aufgrund der noch zu überwindenden Probleme zwischen 10 und 20 Jahre dauern, bis der Renminbi als Leitwährung eine ernstzunehmende Alternative darstellen wird. Für den Einkauf in Asien wird daher zumindest mittelfristig der USD weiter eine wichtige Rolle spielen.