Ihre Sprache / your language / 您的语言 / váš jazyk
MercuretradeMercuretradeMercuretradeMercurtrade
Mercurtrade YOUR (OUT)SOURCING PARTNER
News & Jobs | News

Wie kann man die 1001 Stolpersteine umgehen, die auf dem Wege zum günstigen Einkauf in China lauern?

RA Rainer Burkardt RA Rainer Burkardt, Leiter der Rechtsanwaltskanzlei Burkardt, Peters & Partner: berät seit 15 Jahren deutschsprachige Unternehmen in China

Shanghai, September 2012

Interview mit RA Rainer Burkardt, Leiter der Rechtsanwaltskanzlei Burkardt, Peters & Partner, in Shanghai.

Sie sind intimer Kenner der chinesischen Rechtslage. Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Risiken, wenn ein europäisches Unternehmen beschließt auf dem chinesischen Markt einzukaufen?
„Die Stolpersteine sind vielfältig und lauern oft im Detail, sodass eine umfassende Analyse den Rahmen dieses Interviews sprengen würde. Deshalb möchte ich mich auf einige wenige zentrale Punkte beschränken. Es gibt ja grundsätzlich zwei Wege, wie man sich dem chinesischen Beschaffungsmarkt nähern kann. Entweder über ein eigenes Unternehmen in China oder durch die Zusammenarbeit mit einem Sourcing Spezialisten, also einem externen Dienstleister, wie zum Beispiel Mercurtrade.“

Nehmen wir mal an, man möchte direkt in China einkaufen …
„Es ist wichtig zu wissen, dass chinesische Unternehmen nicht automatisch eine Exportlizenz haben, anders als dies bei europäischen Unternehmen der Fall ist. Ein chinesisches Unternehmen muss sich dafür eigens registrieren. Aus unserer Praxis wissen wir, dass viele chinesische Unternehmen dies nicht machen und gutgläubigen Europäern vormachen, dies wäre zu kompliziert und vor allem nicht notwendig. Und dann wird vorgeschlagen, das Geschäft über einen „agent“, also einen chinesischen Zwischenhändler, der die Lizenz hat, abzuwickeln. Somit entsteht keine direkte Vertragsbeziehung mit dem eigentlich produzierenden Unternehmen, sondern nur mit dem chinesischen „agent“. Abgesehen davon, dass dieser Zwischenhändler nur unnötig Geld kostet, hat dieser meist auch nur ein Büro und ein Telefon. Also im Falle einer Gewährleistungsproblematik, aus mangelhafter Qualität zum Beispiel, hat man kein Durchgriffsrecht auf den produzierenden Betrieb, der ja auch Vermögen – Produktionsanlagen etc. – hat, sondern läuft ins Leere, weil die Geschäftsbeziehung nur mit dem „agent“ besteht. Also mein Rat: Immer die Originalizenz zum Außenhandel verlangen, kopieren und zu den Unterlagen geben. Natürlich besorgt unsere Kanzlei diesen Lizenznachweis auf Nachfrage gerne.“

Man stellt sich das ja ganz einfach vor. Im Internet findet man einen Anbieter mit dem man sich auch einig wird und schon läuft der ganze Beschaffungsvorgang. Aber: So einfach wird es ja nicht sein, oder?
„Ganz und gar nicht. Man muss ja eine Geschäftsbeziehung auch zu Ende denken und alle Eventualitäten vorhersehen. So raten wir zum Beispiel immer bei der Vertragsgestaltung als Gerichtsstandort den chinesischen Raum zu wählen. Was zuerst ein Mal seltsam anmutet, kann im Streitfall aber entscheidend sein. Denn China hat mit Österreich kein bilaterales Abkommen zur Zwangsvollstreckung. Das bedeutet, ein österreichisches Urteil ist in China nicht durchsetzbar.“

Es ist also wichtig, das Unternehmen, mit dem man künftig zusammenarbeiten will, genau zu kennen. Reicht da die Recherche nach Lizenz, Unternehmenszweck und Kreditwürdigkeit?
„Nein, mein Rat ist immer, das Unternehmen und die handelnden Personen vor Ort zu besuchen. Natürlich kostet das Zeit und Geld. Aber: Es entspricht der chinesischen Kultur, dass man bessere Geschäfte mit bekannten Personen macht. Die Erfahrung zeigt, dass die Geschäftsbeziehungen stabiler sind, wenn eine persönliche Beziehung zu Grunde liegt. Man bekommt eine wesentlich verbindlichere Behandlung. Und die sonst gängige Praxis der späteren nicht vereinbarten Preiserhöhung, ist bei wertschätzenden, persönlichen Geschäftsbeziehung seltener.“

Viel hört und liest man vom Diebstahl geistigen Eigentums durch chinesische Unternehmen. Dass also schlichtweg abgekupfert wird. Wie ist da die Entwicklung?
„Ja, das Problem besteht. Seit aber die chinesischen Unternehmen vermehrt auch in Forschung und Entwicklung investieren und nicht nur Produktionstätigkeiten ausführen, hat sich die Situation gebessert. Weil man nun beginnt, sozusagen am eigenen Produkt, zu verstehen, dass geistiges Eigentum auch einen Wert hat. Darüber hinaus betreiben diese Unternehmen, neben den Europäern, auch Lobbying im eigenen Land, um die Sensibilität gegenüber diesem Thema zu stärken. Also zusammenfassend kann man sagen, die Situation bessert sich.“

Wir konnten diesmal nur einige Stolpersteine beleuchten. Danke für Ihre Expertise. Was raten Sie abschließend nun Unternehmen, die zwar günstig einkaufen wollen, aber die Risiken so weit wie möglich ausschalten wollen?
„Diese Unternehmen, oder vielleicht auch solche, die einfach mal ihre Fühler Richtung chinesischem Beschaffungsmarkt ausstrecken wollen, sollten sich an ein erfahrenes Sourcing- bzw. Outsourcingunternehmen wenden. Das bedeutet, die Vorteile nützen und die Risiken minimieren.“

Information zu Burkardt, Peters & Partner Rechtsanwälte

  • Full-Service Kanzlei unter deutscher Führung
  • In China zugelassen und voll lizensiert
  • Mehr als 15 Jahre Erfahrung in China
  • Lokales Know-How und kulturelles Verständnis
  • Integrierte Beratung durch kompetentes Netzwerk

Burkardt, Peters & Partner Rechtsanwälte
35F, SOHO Donghai Plaza, 299 Tong Ren Road
Shanghai 200040, the People's Republic of China
+49 (7821) 5883030 (unsere Kontaktnummer in Shanghai mit Gesprächsgebühren nach deutschen Tarifen)
r.burkardt@no spam pleasebbp-law.cn
www.bpp-law.cn